Corporate Social Responsibility

Unternehmerische Verantwortung übernehmen.

  • CSR-Berichtspflicht

Seit dem 1. Januar 2017 ist die CSR-Berichtspflicht für Unternehmen in Kraft getreten. Die Einhaltung nachhaltiger Standards soll damit im Hinblick auf die sozialen Aspekte Corporate Social Responsibility (CSR), Mitarbeiterkomfort und Compliance in den Mittelpunkt gerückt werden, genauso wie das nachhaltige wirtschaftliche Handeln selbst.

Corporate Social Responsibility (CSR) betrifft das Kerngeschäft, das durch die Globalisierung ökonomische, soziale und Umweltzustände überall auf der Welt beeinflusst. Eine wörtliche Übersetzung greift zu kurz: es ist nicht nur die soziale Verantwortung von Unternehmen gemeint, sondern ihre gesamtgesellschaftliche, also auch die ökologische Verantwortung. Um Missverständnissen vorzubeugen sprechen einige Unternehmen daher von Corporate Responsibility (CR), der Verantwortung für die Folgen der unternehmerischen Aktivitäten.

Bei CSR geht es darum, wie Gewinne erwirtschaftet werden und nicht, was mit ihnen geschieht. Es geht nicht um Stiften, Spenden, Sponsern oder so genannte gute Taten. Sondern das Kerngeschäft zeigt, dass soziale und ökologische Unternehmensverantwortung sowie nachhaltig ausgerichtetes Wirtschaften mit ökonomischem Erfolg einher gehen. CSR ist anders als Corporate Citizenship (CC) keine ‚zusätzliche’ Aktivität, sondern eine Art, das Kerngeschäft zu betreiben: umweltverträglich, ethisch und sozial verantwortlich und zugleich ökonomisch erfolgreich. Das betonen Betriebswirtschaftswissenschaftler als auch die EU-Kommission. Es bedeutet, so nachhaltig wie möglich zu wirtschaften.

Diese Sichtweise teilt inzwischen auch die EU-Kommission. Sie hat Ende Oktober 2011 ihre CSR-Strategie bis 2014 vorgelegt und erstmals rechtliche Maßnahmen angekündigt, um die „Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“ zu stärken. Diese neue Definition für CSR stellt klar, dass CSR nicht einfach gesellschaftliches Engagement abseits des Kerngeschäfts ist. Insbesondere will die EU-Kommission eine Vorschrift zur Offenlegung von sozialen und ökologischen Informationen durch Unternehmen aller Branchen vorschlagen. Zudem beabsichtigt sie, von allen Investmentfonds und Finanzinstitutionen zu fordern, all ihre Kunden über genutzte Kriterien zu Ethik, verantwortlichem Investieren oder anderen Standards und Kodizes zu informieren. Mit dem Vorstoß relativiert die EU Kommission ihre bisherige CSR-Politik, die auf rein freiwilligen Ansätzen basierte, und geht weiter als der CSR-Aktionsplan der Bundesregierung, die noch Freiwilligkeit propagiert.

Für unternehmerische Verantwortung sind neue Geschäftsmodelle erforderlich. CSR fordert freiwillige Maßnahmen und eine Neuorientierung des Kerngeschäfts auf Nachhaltigkeit, die sowohl im Inland, als auch im Ausland deutlich über gesetzliche Vorgaben hinaus gehen. Soziale, ökologische und ethische Belange sind in die Unternehmensführung und -tätigkeit sowie die Wechselbeziehungen mit Stakeholdern zu integrieren. Das Konzept verlangt, dass Unternehmen heimische und meist gesetzlich verankerte Umwelt- und Sozial- und Governancestandards konzernweit anwenden. Kreislaufwirtschaft sollte auch in Entwicklungsländern angestrebt und Kahlschlag von Urwäldern sowie Kinderarbeit passé sein. Für die EU- Kommission umfasst CSR alle entsprechenden Leistungen im Kerngeschäft: Arbeitsbedingungen, Umweltschutz, Verbraucherschutz, integrierte Produktpolitik und sozial-ökologische Standards in der Zuliefererkette. Diese Interpretation entspricht weitgehend einer nachhaltigen Firmenführung.

Quelle: Lexikon für Nachhaltigkeit

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